Die Workshops gehen weiter, gestern Abend mit einem sehr ausgeglichenen Programm: Feines veganes Dessert und tiefsinnigstes philosophieren - es ging um Dualismus, das heißt um den Aufbau und Ablauf der Welt, das heißt natürlich um den Sinn des Lebens...
Es scheint mir, als könnte die Naturwissenschaft hier nicht anders, als alles materiell zu sehen. Allerdings ist ja auch nur das Materielle im heutigen Sinne ihr Gegenstand, „Natur“ eben. Die Philosophie dagegen tut sich schwer genug mit der Materie, zumindest dann, wenn sie noch etwas anderes daneben behaupten möchte.
Also drehten wir uns irgendwie einen Abend lang im Kreis. Dennoch, und vielleicht weil ich danach mit Anna doch noch so etwas ähnliches wie Klarheiten gefunden habe, wirkt das Gespräch auf eine positive Weise in mir nach.
Neben philosophischen bleiben natürlich auch zwischenmenschliche Eindrücke und Gedanken, aber die sind schwerer auf den Punkt zu bringen. Es ist beruhigend und beunruhigend zugleich, auch in einer hitzigen Diskussion eine Weile ganz beobachtend neben sich selbst zu treiben. Und sich darüber zu wundern, wie eine Herde idealistisch-realistisch zerrissener Studenten sich mit Dingeng quälen kann, die sich durch das Erkennen oder Nicht-Erkennen ihres Seins in keinster Weise verändern...
Oder ist doch das die Frage, deren Antwort wir in all dem suchen, „wie soll ich leben“? Das ist natürlich müßig, denn man kann nicht vom Sein auf das Sollen, und so weiter.